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đŸŸKapitel 29 - Lehrer

Ich hab es ja geahnt. Wer hat die meiste Arbeit mit dem Neuen? NatĂŒrlich ich. Klar, die KATZEN-DINGER helfen, sie legen sich ganz oft, ganz nah zu ihm, wenn die schlimmen Erinnerungen kommen. An den Krieg, und dass er seine Menschen verloren hat, und so. Dann schnurren sie ihm was vor und versuchen alles , ihn zu beruhigen. Wenn gar nichts mehr hilft, haut Bibi ihm auch mal Eine rein. Ohne Krallen natĂŒrlich.

Trotzdem, draußen bin ich mit ihm allein. Mit ihm und Mamamensch. Erstmal dauert es ewig, bis wir zur HUNDEWIESE kommen. LANGSAM. Ich hasse dieses KOMMANDO. Und nun hör ich es permanent. LANGSAM, LANGSAM, LANGSAM. Jetzt könnte ich natĂŒrlich aufhören , wie blöd an der Leine zu zerren, aber ich hab es doch eilig! Ich will rĂŒber zu meinen Freunden, will rennen, riechen, spielen, toben. Da schaff ich es einfach nicht, ein feiner Luca zu sein und LANGSAM zu gehen. Dann, wenn ich endlich frei laufen darf, klappt das wesentlich besser. Da hab ich auch die Nerven, mich besser um Richie zu kĂŒmmern. Einer muss ihm schließlich erklĂ€ren, wie das alles hier so lĂ€uft.


Ich zeig ihm, an welchen Baum er am besten pinkelt, damit alle, die dazukommen, gleich seine Markierung riechen. Ich fĂŒhr ihn zu den tiefsten PfĂŒtzen und zum saftigsten Gras. Ich sag nichts , wenn er massenhaft von meinen LECKERLIE verputzt . Ich stell ihn meinen Freunden vor und pass auf, dass die freundlich zu ihm sind. Weil Richie ja nichts sieht, rennt er stĂ€ndig in alle rein. Ihm macht das nichts, aber die anderen könnten es falsch verstehen und ihn maßregeln. Ist aber zum GlĂŒck noch nie passiert.

Ich wĂŒrde ihm sogar gern beibringen, wie man nach Stöckchen taucht. Weil das mein allerallerliebstes Spiel ist. Versteht er leider nicht . Vielleicht, weil er nicht sieht, was ich da tu? Eigentlich ist er nĂ€mlich klug. Und tapfer. Und er bemĂŒht sich sehr, alles richtig zu machen. Ja, ok, ich mag ihn.


Im ZUHAUSE hĂ€ng ich jetzt ganz gerne mit ihm ab, wir erzĂ€hlen uns dann gegenseitig, wie das Leben so ist. Wenn man blind ist, oder wenn ein Beinchen fehlt. Keiner von uns jammert, wir kommen beide prima klar. Jeder auf seine Art. Schade nur, dass unsere Art so grundverschieden ist. Richie wĂŒrde am liebsten den ganzen Tag kuscheln, ich will Abenteuer. Irgendwie kommt einer immer zu kurz.

Mamamensch hat versprochen, eine Lösung zu finden. Keine Ahnung, wie die aussehen soll. Bis dahin marschiert Richie halt tapfer mit mir mit, und ich schlaf jetzt auch bei Mamamensch im Bett. Hilft ja nix!

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