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đŸŸ Kapitel 22 - Ciao KITTEN-KATZEN

Wenn Menschen uns aus dem SHELTER holen und uns in ihrem ZUHAUSE aufnehmen, dann wĂŒnschen sie sich natĂŒrlich, dass wir brav und fröhlich sind und dankbar. Dass wir zeigen, wie gut uns unser neues Leben gefĂ€llt. Leider geht das nicht immer. Weil manche von uns viel zu viel Angst haben, weil sie so viel Schlimmes erlebt haben, weil sie es einfach nicht schaffen, sofort zu vertrauen. Weil sie, zum Beispiel, gleich nach der Geburt in eine Schachtel gesteckt und auf die Straße gestellt wurden. Weil in dem SHELTER, in das sie schließlich gebracht wurden, kein einziges Körbchen mehr frei war. Weil sie viele Wochen in einer kleinen Abstellkammer untergebracht waren und keine Ahnung hatten, dass die Welt grĂ¶ĂŸer ist, als dieser winzige Raum. Dass es dort draußen andere Tiere gibt und Menschen und noch tausend andere Dinge.

Unseren KITTEN-KATZEN ist genau das passiert und deshalb waren sie so verĂ€ngstigt. Ich persönlich kann zum GlĂŒck das Schlimme, das mal war, sehr gut verdrĂ€ngen. Aber ich hab VerstĂ€ndnis, wenn anderen das nicht gleich gelingt. So, wie unseren KITTEN-KATZEN.

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Doch mit der Zeit haben auch sie verstanden, dass wir ihnen nichts Böses wollen. Sie mussten nicht mehr im Bad bleiben, liefen in der ganzen Wohnung rum. FĂŒr mich war das in Ordnung. Bibi hat sie hin und wieder mal angefaucht, wenn sie Fehler gemacht haben. Aber sie haben sich MĂŒhe gegeben, und mit der Zeit haben wir uns alle angefreundet.

Pryia und Yuvi waren jetzt fröhliche Katzenkinder, die haben gespielt und geschnurrt, wenn Mamamensch sie gestreichelt hat. Deshalb haben sie dann auch bald gemeinsam ein richtig schönes ZUHAUSE gefunden und sind umgezogen. Nun war nur noch Desna hier.

Hm, Desna. Es war schon mal komisch, dass sie ihre Schwestern scheinbar nicht vermisst hat. Offenbar war es fĂŒr sie in Ordnung, dass unsere KATZEN-DINGER und ich jetzt ihre Familie waren. Ich hatte ĂŒberhaupt nicht den Eindruck, dass sie noch Angst hatte. Sie war eher frech als vorsichtig. Aber sie hat sich von Mamamensch immer noch nicht anfassen lassen. Nie. Ganz ehrlich, ich glaube, es hat ihr hier gefallen und sie wollte ganz einfach nicht woandershin. Deshalb hat sie vorgesorgt. Wen man nicht packen kann, den kann man auch nicht einsperren. Desna wollte selbst entscheiden und fĂŒr sie war klar:


Nie mehr in einen KĂ€fig, nie mehr in einen TRANSPORT. Hier hatte sie doch alles! Andere KATZEN-DINGER, Mamamensch und mich hatte sie auch. Ein herrisches MIAUZ hat genĂŒgt und schon war ihr SchĂŒsselchen wieder voll. Sie konnte bei Mamamensch im Bett schlafen, ganz oben, beim Kissen, konnte auf den warmen Fensterbrettern ĂŒber der Heizung liegen und die Welt da draußen beobachten. Mehr wollte sie wohl nicht. Und vor allem eben wollte sie nicht angefasst werden.


Desna war so lange hier, dass sie fest zum Rudel gehörte. Wir fĂŒnf Jungs und jetzt also auch ein MĂ€del. Eine Hexe, eine Zicke, eine Persönlichkeit. Warum auch nicht?

Irgendwann hat sich dann doch jemand gemeldet. Eine sehr nette Frau, bei der schon vier andere KATZEN-DINGER lebten, wollte ihr gern ein ZUHAUSE fĂŒr immer schenken. Mamamensch hat sich das ganz genau angesehen und besser könnte es gar nicht sein, hat sie gesagt. Also ist auch Desna umgezogen. Dazu musste Mamamensch sie ĂŒberlisten. Sie hat ihr eine Decke ĂŒber den Kopf geworfen, und bevor Desna wusste, wie ihr geschieht, war sie schon in der TRANSPORT-Box. NatĂŒrlich hat sie uns leid getan, und wir waren alle traurig, besonders, weil sie sich in ihrem ZUHAUSE wieder in der hintersten Ecke versteckt hat. Klar, wir hatten sie schlimm enttĂ€uscht. Nach ein paar Tagen kam sie aber raus, und jetzt ist sie der Chef vom Rudel dort. Wir bekommen oft Fotos geschickt und wissen, dass sie glĂŒcklich ist. Unser Bad ist wieder frei, und irgendwann wird ein weiterer TRANSPORT hier ankommen. Mit neuen Seelen auf dem Weg in ein besseres Leben.

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